Blog der Joseph Stiftung Bamberg

Okt
16
2012

Beratung und Vermittlung von Hilfen für Senioren und deren Angehörige

von Bernhard Schneider (Abteilungsleiter Unternehmenskommunikation)
am in Unternehmensgruppe, wohnen/verwalten

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Ein Beratungsstützpunkt und Kompetenzzentrum unter dem apfelgrünen Signet von „In der Heimat wohnen – ein Leben lang!“ steht Senioren und deren betreuenden Angehörigen sowie allen Interessierten in der Fürther Südstadt vis á vis der St.-Heinrichs-Kirche offen. Dekan André Hermany segnete die neue Einrichtung in der Kaiserstraße 109 am 13. Oktober 2012 im Beisein einer illustren Gästeschar im Anschluss an eine Eucharistiefeier.

Zahlreiche Betreuungsbedürftige und ihre Helfer aus dem Familien- und Freundeskreis sowie „Funktionäre“ füllten die vorderen Reihen des Gotteshauses und danach allerdings schubweise die freundlich gestalteten Büros und den mit einer Küche ausgestatteten Nachbarschaftstreff. Der Caritasverband für die Stadt und den Landkreis Fürth e. V. – im Besonderen seine als Quartiersmanagerin eingesetzte Diplom-Sozialpädagogin (FH) Friederike Süß und Hana Reinhardt von der Fachstelle für pflegende Angehörige – informiert, berät und vermittelt trägerübergreifend Unterstützung direkt im vertrauten Wohnumfeld der Menschen. Montag bis Freitag von 9:00 bis 12:00 Uhr, Montag bis Donnerstag auch von 13:00 bis 16:00 Uhr und nach Vereinbarung (Telefon 0911 97790370) ist hier jemand anzutreffen; ein behindertengerechter Zugang wurde geschaffen. Der „Heimat“-Stützpunkt befindet sich inmitten einer Wohnanlage der Joseph-Stiftung. Sie hat mit der Caritas das Konzept entwickelt und in den Umbau der Räumlichkeiten investiert. Das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen fördert die Personalkosten zwei Jahre lang mit insgesamt 40.000,00 €. Hans Fäßler, der Vorsitzende der Fürther Caritas, machte jedoch gleich deutlich, dass sein Verband langfristig plane, einen Mietvertrag für zehn Jahre geschlossen habe und sich eine Option für weitere zehn wünsche.

Die Zukunft hatte eingangs schon eine wichtige Rolle in den Betrachtungen von Dekan Hermany gespielt. Er hatte ein Bild gewählt mit einer tragenden, aber auch mit einer nach vorne weisenden Hand. Er forderte dazu auf, den Kindern beizubringen, wie man mit Alten und Kranken umgeht: „Alle sind ein Schatz für diese Welt – unwiederholbar!“

Heimat bedeutet den Worten Hermanys zufolge, in Geborgenheit bleiben zu können. Denen, die dies ermöglichen, allen in der Pflege Tätigen sollte man jedoch ausreichend Pausen zugestehen. Umgekehrt mahnte Hana Reinhardt, niemanden durch eine täglich 24-stündige Zuwendung zu erdrücken. Mit Rosen, die in der Kirche verteilt wurden, dankte das Caritas-Team allen, die sich in irgendeiner Form engagieren. Sie mögen auch weiterhin viel Kraft und Geduld aufbringen.

20 % der etwa 25.000 Einwohner im Fürther Süden seien aktuell älter als 60 Jahre, wusste der Caritas-Vorsitzende. Diözesan-Caritasdirektor Gerhard Öhlein bestätigte den allgemeinen demographischen Trend von der älter werdenden Gesellschaft. Und fast alle Menschen wollten so lange wie möglich selbstbestimmt leben. Trotz familienähnlichen Strukturen in modernen Altenpflegeheimen nach dem sogenannten Hausgemeinschaftsprinzip habe eine Angebotslücke bestanden. Diese schließe nun das „Heimat“-Wohnmodell mit seinen drei Säulen: 1. barrierearmer und preisgünstiger Wohnraum; 2. professionelle Betreuung ohne Bereitstellungspauschale; 3. Einbindung der Nachbarschaft.

„Niemand soll, weil er gesundheitlich eingeschränkt ist, wegziehen müssen“, formulierte Elisabeth Reichert, die Sozialreferentin der Stadt Fürth, ein wichtiges politisches Ziel. Sie kündigte an, dass ähnliche Initiativen wie bei „St. Heinrich“ in anderen Bereichen folgen würden. Seniorenbeauftragte Elke Übelacker sowie die Landtagsabgeordneten Petra Guttenberger und Horst Arnold, der Bundestagsabgeordnete Christian Schmidt und Bezirksrat Michael Maderer zollten Beifall.

Weil auch Seukendorf, der Heimatort von Landrat Matthias Dießl, ein „Heimat“-Standort werden soll, schaute neben dem Kreischef ebenso Bürgermeister Werner Tiefel vorbei. Während Dr. Klemens Deinzer, Vorstand der Joseph-Stiftung, als Einzugsgeschenk ein Kreuz aus farbigem Glas mitgebracht hatte, überreichte Dießl ein gläsernes Landkreiswappen als Wand- oder Fensterschmuck. Er lobt die schönen Räume, aber vor allem die „wunderbare Idee, die dem Prinzip ‚ambulant vor stationär‘ voll und ganz Rechnung trägt“.   |   bs

 

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